Rauschhaftes Sprechkonzert

Hochmair selbst schlüpfte in die Rolle eines orange gekleideten Bauarbeiters mit Helm, Metallstange und Zangen, der die eleganten lyrischen Texte des Dichterfürsten Schiller per Mikro, aber auch per Megaphon wie ein Rapper in die Menge brüllte. „Die Elektrohand Gottes“ residiert, schlicht gekleidet, hinter dem exzentrischen Solisten.

05.10.2020 | oliverplischek.at | Zum Artikel

 

Rauschhaftes Sprechkonzert

Vor allem mit elektronischem Instrumentarium wurde am Wochenende im Societaetstheater beim Schiller-Rave ein oft sphärisch anmutender Klangraum eröffnet. Weder das Bürgerlich-Idyllische bei Schiller noch das Freiheitlich-Revolutionäre im Werk des Dichters kamen zu kurz.

21.09.2020 | Christian Ruf, Dresdner Neueste Nachrichten | Zum Artikel

 

Dem Himmel ganz nah

Die Frage nach der eigenen Vergänglichkeit ist in den letzten Monaten zweifellos vielen Menschen ins Bewusstsein gerückt. Aber auch die Kulisse hat einen Einfluss auf die Wirkung des Stücks. Auf dem Platz der Talstation des Skigebiets Nassfeld/Spotgastein, rechts im Hintergrund die Salzburger Seite des Mölltaler Gletschers, neben dem Publikum die zutraulichen Walliser Schwarznasenschafe des Alpengasthofs, untermalt von den Glocken der grasenden Kühe, und gefühlt wenige Meter bis zum Himmel – das alles akzentuiert die sinnlose Eitelkeit von Hochmairs „Jedermann“.

16.08.2020 | Florian Baranyi, ORF.at | Zum Artikel

Dieses Solo-Hörspiel trifft mitten ins Herz. Wie ein Rausch, in den man immer wieder eintauchen will.

„Als 24-Jähriger ist Philipp Hochmair mit einem Koffer voller Requisiten von Schule zu Schule gefahren und hat „Die Leiden des jungen Werther“ in Klassenzimmern aufgeführt. Daraus hat er mit Nicolas Stemann eine Inszenierung entwickelt, die inzwischen ein Klassiker des postdramatischen Theaters ist: Über 1000 Mal hat das „Ausnahmetalent“ („Neue Zürcher Zeitung“) das Bühnensolo auf allen Kontinenten aufgeführt. Die radikale Geschichte interpretiert Hochmair so mitreißend, dass man atemlos verfolgt, wie Werther liebt und leidet bis in den Tod – den er sich mit der Kugel verpasst. Mit dem Knall einer Pistole endet auch das Hörbuch „WERTHER!“. Das wird mit rauschhaften Klängen der Band Elektrohand Gottes und Hochmairs verführerischer Stimme zu einem sinnlichen, süchtig machenden Hörspiel. Werther stürmt. Werther drängt. Werther tobt. Werther zieht uns in seinen Bann. “

02/20 | Büchermagazin, 5 von 5 Sternen

So geht ein „Schiller-Rave“

„Als Bauarbeiter mit Helm und Metallstange in der Hand bearbeitet der auch aus Film und Fernsehen bekannte Hochmair das im Gläsernen Saal aufgestellte Band-Metallgerüst. ‚Schiller, wo bist Du? Schiller, komm zu uns!“

Ganz im Stil eines Frontman beschwört Hochmair den Autor und das Publikum. Zu Bühnennebel, den coolen Beats der ‚Elektrohand Gottes“(toll: Tobias Herzz Hallbauer, Jörg Schittkowski und Alwin Weber) spielt, spricht (mit Megafon und Mikro) und singt Hochmair Schiller. Und wie!“

 

30.09.2019 | Peter Jarolin, Kurier | Zum Artikel

Hochmairs Höllenritt

„Rave und Nebelmaschinen im Musikverein, das schafft auch nur der Popstar unter Österreichs Schauspielern, wie er gern bezeichnet wird. Nur die Zigarre muss er sich hier versagen, wenn er mit seiner Band „Die Elektrohand Gottes“ zum großen „Schiller Rave“ im Gläsernen Saal des Musikvereins antritt. Aber das sind eigentlich nur Nebensächlichkeiten. Hochmair geht es nicht primär um Pop, Sex-Appeal oder den Glauben.“

20.09.2019 | Schaufenster, die Presse | Zum Artikel

Dieser Jedermann rockt – Ruhrfestspiele Recklinghausen

„Hochmair zitiert nicht nur furios die Kernsätze aller Jedermann-Rollen. Nein, er durchlebt sie. Er schüttelt sich, er kämpft, brüllt, säuselt in allen Tonlagen und fast immer mit trefflichem Rock- und Elektrosound unterlegt, der auch Kernsätze aus dem Off als bestärkendes Echo erschallen lässt.“

28.05.2019 | Westfälische Nachrichten, Johannes Noy | Westfälische Nachrichten

Reden, bis die Engel singen

„eine sprachlich, musikalisch, elektronisch subversive Achterbahnfahrt durch die Abgründe eines Klassikers – respektlos und doch voller Liebe zu erhabener Dichtung  und durchaus eigener Wahrheit.“

05/2019 | Theater Heute, Bernd Noach | Theater Heute

Das Besondere Hörbuch

„Eine sprachlich, musikalisch, elektronisch subversive Achterbahnfahrt durch die Abgründe eines Klassikers“

28.01.2019 | Nürnberger Nachrichten, Bernd Noach | Ansicht

Harte Beats auf klassischem Theaterstoff

„Hochmair schafft mit seiner Hörspielvariante einen Jedermann von geballter Konzentration, der kurzweilig an die Bedürfnisse eines schnelllebigen Publikums angepasst ist und dabei weder auf Tiefe noch echte Unterhaltungskunst verzichtet. Es hat durchaus Eventcharakter, wenn dieser rockende, nach Lederkluft riechende Jedermann seine Zuhörerschaft mitnimmt auf eine Reise ins Innenleben eines actiongetriebenen Exzentrikers, der das Abenteuer liebt und Endlichkeit ausblendet. […] Am Ende der CD fragt man sich, wo die Zeit geblieben ist und will weiterreisen.“

01/2019 | port 01 Regensburg, S.68-71.

Tönerne Mahnmale eines ausgehenden Jahrzehnts

„Man spürt förmlich, wie der Schauspieler jeder Silbe nachschmeckt. Vom überheblichen Jedermann über den geifernden Mammon bis hin zu den besänftigenden Glauben verleiht er jeder Rolle deutlich Kontur. Trotz oder vielleicht wegen der gestelzten Sprache geht der Text eine perfekte Symbiose mit der Musik ein. Bisweilen fühlt man sich, auch aufgrund Hochmairs expressiven Duktus, an Einstürzenden Neubauten oder auch Goethes Erben erinnert.“

14.01.2019 | unter ton, Daniel Dressler

Hörbuch „Jedermann Reloaded

„Der energetische Schauspieler fährt innerlich (und stimmlich) Achterbahn und macht aus dem alten Mysterienspiel einen mitreißenden Psychotrip als One-Man-Show … Nun ist „Jedermann Reloaded“ als CD und Doppel-LP erschienen – ein ebenso lyrisches wie soundexperimentelles Hörerlebnis. Grandios, wie Hochmair die Stimme verändert, den Ton moduliert. Das ist nicht einfach ein Live-Mitschnitt, das ist gut komponierte, fieselige Studioarbeit … Wer „Jedermann Reloaded“ hört, diese Sprachtour de force durch alle Ritzen und Windungen des Textes, weiß, warum das in Salzburg so gut gehen konnte: Hochmair lebt ihn, diesen Jedermann.“

08.12.2018 | Süddeutsche Zeitung, Christine Dössel

Ein Kreuzzug für den Jedermann

„Wie der Österreicher den Bühnen-Klassiker mit Jedermann Reloaded‘ in eine moderne, zeitgemäße Version transformiert, ist absolut sehenswert.“

08.12.2018 | Lübecker Nachrichten, Regine Ley